Art und Geschreibsel
von Lotta Blau & Freunden

99 Prozent Gleichheit

Hörst du sie rufen? Die Uhren rufen die Vergangenheit zu den Ohren. Die Menschen sind heute anders. Sie reden anders, sie träumen anders, sie hören anders und sie fluchen anders. Gestern planten sie noch große Reisen. Malten sich aus, wie es wäre, wenn sie Geld und Zeit dazu hätten. Träumten von warmen Stränden oder einer einsamen Hütte in den Bergen. Sie hörten das Schaukeln der Schiffe in den Häfen, die Töne der Wellen gegen das Holz der Stege am See oder freuten sich über einen verschneiten Wald. Sie kauften das siebte Leinentuch im Laden nebenan oder blieben vor einem Spielzeugladen stehen und Bilder aus der Kindheit krochen durch ihr Herz. Sie sehen sich als kleine Kinder im Spiegel des Geschäftes. Weißt du noch, wie es damals war? Was du geträumt hast, gefühlt, welche Liebe und welchen Schmerz? Wie du dich noch freuen konntest, fragen sie sich. 

Da stehen sie nun, die Menschen von heute. Sie stehen den vergangenen Jahren gegenüber. Blicken in die Auslagen. Zwischen ihnen ist eine Wand aus Glas. Sie beginnen zu vermissen. Das Unbeschwerte, das Zeitlose, den Vater oder die Mutter, den Freund oder die beste Freundin, die Großmutter oder den Großvater, den Bruder oder die Schwester, den Hund oder die Katze. Irgendwas aus ihrer Kindheit. Dann seufzen sie. Es kommt meistens anders, als erträumt. Damals wollten sie noch dies und das werden. Hatten diese und jene Gründe dafür. Geld verdienen oder eine romantische Vorstellung von ihren Traumberuf. Eben, Traum. Darum sind es ja Träume, weil sie nicht real sind. Nicht gänzlich zumindest. Sie hatten sich Frieden und Harmonie gewünscht und das Gefühl irgendwo daheim zu sein.

Während sie vorm Schaufenster stehen und durch das Glas auf ihre Kindheit blicken, fährt hinter ihnen die Straßenbahn, fahren die Autos über das Kopfsteinpflaster, gehen Menschen vorbei, tickt die Uhr weiter. Nur für die, die jetzt in ihr Kind blicken, bleibt sie gerade stehen. An jenem Punkt, der sie am meisten berührt hat. Gut oder schlecht. Wehmut oder Trauer.

Nach einigen Minuten kommen ihre Gedanken wieder ins das Heute. Sie hören den Lärm, die Gespräche, schauen auf die Uhr und entfernen sich von den Bildern ihrer Kindheit. Manche von ihnen kehren zum Fluchen über all das Schlechte in das Heute zurück, andere zum Hass, der sich jetzt wieder über ihr gerade noch friedliches Kind setzt, es verdrängt und ersticken will. Der Harmonie wurde seit ein paar Jahren ein zwischenmenschliches Schwert umgehangen und dem Frieden ein eisernes Korsett, das Jahr um Jahr enger geschnürt wird. Gefüttert wird der Frieden mit einer Sprache, die ihn innerlich vergiftet. Kriegstüchtig, Kriegsmentalität, gediegen patriotisch, Friedensromantiker, Pazifismus sei unmodern, seid und werdet kriegslüstern -  buchstabiert es über die Denkmäler und Gräber. Irgendwann wird das Korsett dem Frieden die Luft nehmen. Krepieren soll er, Hoch den Kriegskrediten, Hurra dem Sieg! Es scheint Verteidigung ist heute Kriegsvorbereitung! Richtet die Raketen aus! Modernisiert euren romantischen Glauben an Frieden!

Durch die Medien wachsen sich Zeigefinger. Die da sind schuldig! Die da! DIE DA! Das Volk empfängt diese tägliche Sprachbeleidigungen! Jeden Tag wird das kommende Feuer geschürt, wird in die aufkommenden Flamme gehalten.

Kennen Sie den Wurm, der sich selbst auffrisst? Wenn die Lebensumstände für ihn nicht mehr passen, dann frisst er sich bis auf das Nervensystem selbst auf. Sobald  sich die Voraussetzungen wieder bessern, beginnt er sich zu regenerieren und beginnt sein weiteres Leben im Kindesalter, sozusagen.

Das ist wie mit dem Hass, der immer wieder aufersteht, sobald ihm vermeintlich Schuldige zum Fraß vorgesetzt werden. Nur eines wird dabei immer wieder vergessen, dass auch der Friedenswunsch unsterblich bleiben wird! Ganz egal, wie versucht wird, ihn zu ersticken. Das gefällt den Herren und Damen an den weißen Tischdecken und den Häppchen natürlich nicht. Wie das künstliche Licht über den Salaten in der Gemüsetheke, das es besonders saftig und frisch aussehen lassen soll, setzt man über die Sprache eine Lichtpropaganda, die den schönen Schein erzeugen soll. Geblendet und verstört, ja zerstört der eigentliche Wert der Kommunikation. Immer und immer wiederholend, wie Musik, die trotzdem sie schlecht ist, irgendwann doch im Gedächtnis bleibt, weil sie immer und immer wieder gespielt wird. Ein Gewöhnungseffekt, der hinnehmend macht. Wenn dazu noch Sicherheitsversprechen kommen, die auf einem Feindbild aufbauen, dann ist der Willkür der Weg geebnet. Die Frage bleibt dabei, ob der Mensch jemals mit Freiheiten umgehen konnte, da dazu eine gewisse Reife erforderlich ist, zumal ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Mit anderen Worten: Darf ich meine Sicherheit über das Unglück anderer Stellen? Oder bin ich nicht sogar dazu verpflichtet die gesellschaftliche, als auch individuelle Freiheit bis aufs Letzte zu verteidigen, zu schützen und zu wahren? Eben, weil es auch, aber nicht nur, um den Einzelnen geht. Und ist Sicherheit nicht tatsächlich ein Gespinst? Es kann sie nie tatsächlich derart geben, wie sie heilbringend versprochen und suggeriert wird. Das sollte jedem klar sein, der nur auf sie setzt. Die Sicherheit ist wichtig, aber in einem rechtlichen Rahmen, der die Würde und die Gesetze wahrt, aber letztlich hat sie die Garantielosigkeit gezeigt, indem sie nicht nur heute in rauschender Geschwindigkeit abgebaut, verdreht, verfälscht und missbraucht wird.

Ach, die Sprache! Wie sie zum Diener deklariert wird, wie sie kommandiert wird zu schinden und zu töten, wie der Wurm, der sich selbst auffrisst, sich aushöhlt, seine inneren Organe zum Fraß sich selbst vorwirft. Nur beim Menschen ist das ein anderer Mechanismus, der von außen kommt und nicht genetisch programmiert ist. Unsere Gene sind durch unsere Lebensweise veränderbar, sagt die moderne Forschung, insbesondere die Molukularmedizin. Zumindest ein Teil ist nicht nur programmiert. Wir haben Einfluss durch unsere Ernährung, Bewegung und durch Meditation. Das ist wissenschaftlich belegt. Dadurch können wir auch die Telomere beeinflussen und verlängern, also unsere Lebenszeit und den Tod hinausschieben. Aber all das furchtbare Geschehen auf dieser Erde kann und sollte kein Mensch einfach ausschalten. Wenn das alle tun, dann kann sich auch nichts zum Positiven in jedem Menschen ändern. Dadurch kann sich auch nichts im Außen verbessern. Die wahre Revolution liegt im Menschen selbst: die Einsicht und Änderung zum Besseren. Dort liegt die individuelle Freiheit, die niemand nehmen kann.

Erwarten Sie nicht, dass Freiheit von außen kommt, jemals käme. Sicher, da und dort ist sie ausgeprägter, gestattet sie mehr, als woanders. Aber immer bleibt die äußerliche Freiheit in den Händen der jeweiligen Systeme und von verschiedenen Interessen beeinflusst. Innen kann man all dem trotzen, kann sich Visionen und Wünsche erhalten, kann sich dem Frieden, der Freiheit und Gerechtigkeit zuwenden. Dahin kommt auch keine Technik, denn es sind Vorgänge, die sich zum Glück entziehen. Ach, wir armen Würmer! Glauben immer wir wüssten alles. Glauben ist das eine, Wissen das andere! Zu wissen glauben wir, und wissen beinah nichts, obwohl wir im Verhältnis der Wissenschaftsgeschichte doch allerhand herausgefunden haben und daran glauben.  Wir Gläubige. Es gibt keine Ungläubigen, denn alles ist ein Glaube! Wir bleiben im Kosmos nur ein Punkt, der sich verzweifelt ausbreiten will, weil er sich einbildet, ihm gehöre das Leben, ja das Universum. Lachhaft! Wir Winzlinge!

Der Mensch hat ein Mikro-Biom im Darm und auch im Mund. Heute gilt es nicht mehr, alle Bakterien im Mund auszulöschen, weil man sonst auch die guten vernichtet. Wir haben ja auch zwei Immunsysteme. Eines im Kopf und eines im Körper, die durch die Blut-Hirn-Schranke getrennt sind und bei gesunden Menschen nur jene Stoffe durchkommen, die auch ins Hirn  bzw. Nervensystem gehören. Aber die heutige Hass-und Angst-Sprache pendelt im Kopf. Die Bilder kleben sich ins Gedächtnis und blättern sich durch den Schlaf. Viele Ängste aus den Schalen, von den Tischen mit den weißen Tischdecken, neben den Häppchen, werden über die Menschen gekippt, als würde Frau Holle ihre Betten schütteln. All das kommt ja im Kopf an. Es verwirrt viele Menschen, verbreitet Sorgen, nimmt Halt und führt dazu, dass woanders ebendieser gesucht wird. Allerdings nicht demokratisch. Ach ja, die arme Demokratie. Sie ist ein Leidensgebilde geblieben. Sie teilt das Schicksal mit einigen Glaubensrichtungen, die zum Morden und zum Bekriegen genutzt wurden und werden. Das kann ja auch nicht wirklich ernst genommen werden, dass man mit Gott in die Kriege zieht. Rein von der Logik her gemeint.

Wussten Sie, dass das Gehirn einer Fliege ähnlich altert, wie das eines Menschen? Das ist einen Denkprozess oder einer Meditation würdig darüber zu sinnen.

Oder einmal darüber nachdenken, dass alle Menschen zu 99 Prozent genetisch gleich sind und nur ein Prozent unsere Individualität ausmacht.

Alle Menschen werden nicht, sondern SIND Brüder und Schwestern!

Lotta Blau/Dez.2024


Die Politisierung vom Sport seit der Antike

Ich mag keine Wettbewerbe. Das war mir schon als Kind suspekt, ist es doch letztendlich ein Kampf gegeneinander. Förderung von Konkurrenzdenken. Es ist dabei unerheblich, ob es sich nun um Literaturwettbewerbe oder um Sport handelt, vom wieder modernen Wettrüsten ganz zu schweigen. Mir sind einige Mitschüler/innen aus meiner Schulzeit gut in Erinnerung, die es zum Beispiel nicht schafften über den Bock mit Sprungbrett zu springen. Oder auf dem Schwebebalken zu gehen. Niemand lachte sie aus, aber sie selbst haben sich für ihr Versagen geschämt und verzweifelten daran. Die Scham etwas nicht zu schaffen, was andere schafften. Oder die Kletterstange...wie viele schafften es nicht nach oben...die anderen zogen mit ihrer Leistung an ihnen vorbei. Ich war im Sport gut, auch an der Kletterstange, dem Bock. Den Schwebebalken mochte ich nicht so sehr. Mir hat es Spaß gemacht mich sportlich zu betätigen und zwar ganz ohne diesen Wettkampfgedanken. Im Kern bleibt es dabei den jeweils vermeintlich Schwächeren zu überholen, hinter sich zu lassen oder gar auszustechen. Das heben auch die durchaus vorhandenen positiven Aspekte von Wettbewerben für mich nicht auf. Gerade heute kommt nun (wieder einmal) leider auch die Politisierung und das Benutzen dafür mit auf die Liste der Ungeheuerlichkeiten dazu. Menschen werden vom Sport ausgeschlossen oder es wird dazu aufgerufen, weil sie dieser und jener Nationalität angehören. Damit macht man alle Menschen eines Staates für die Politik verantwortlich. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über so viel Dummheit lachen. Oberflächlicher könnte Politik nicht betrieben werden.

Nun, die Politisierung vom Sport ist nicht neu. Sie geht sogar bis in die Antike zurück und zieht sich durch den Nationalsozialismus bis heute. Den ungeheuerlichen finanziellen und überdimensionalen Aspekt, sprich astronomische Einkaufsummen von Sportlern, lasse ich einmal außen vor. Die ersten Gladiatoren waren unter anderem Sklaven und Kriegsgefangene, wie Spartakus. Er zettelte vermutlich eine Rebellion gegen die Römer an. Allerdings kämpften in der Arena auch Kaiser wie Commodus, ganz eigennützig.
Bei den Römern galt als Strafrecht die Vollziehung der Kreuzigung von Rebellen. Überhaupt haben sie das Strafrecht, also das Rechtssystem, erschaffen. Eine Polizei jedoch kannten die Römer nicht. Der Staat war nicht für die Verfolgung und Bestrafung von Verbrechen zuständig, was natürlich Folgen hatte. Die Kriminalität war immens. Schon damals gab es Entführungen. Diese Menschen wurden dann über Dritte auf den Sklavenmarkt verkauft. Diebstähle, Tötungen waren an der Tagesordnung. Schon damals gab es Bauern, die sich an den römischen Kaiser Cäsar wanden. Sie gaben an unter der Last der Steuer nicht mehr auf ihren Äckern arbeiten zu können und warnten davor in die Kriminalität abzugleiten.

Ebenfalls gab es bereits Nahrungs-Spekulanten, die die Preise durch angebliche Knappheit nach oben trieben. Dennoch gab es auch staatliche Intervention, wenn Steuern nicht gezahlt wurden oder sich Menschen nicht in den Militärdienst begeben wollten. Das konnte das Zerfleischen durch wilde Tiere in der Arena zur Folge haben. Das Verfolgen oder gar Töten von Dissidenten zieht sich durch die ganze Geschichte, bis heute. Populismus wie die Verächtlichmachung von Friedensaktivisten oder Gruppierungen sind heute wieder an der Tagesordnung. Patriotismus ist eine lächerliche Sache, wenn man bedenkt, wie oft in der Menschheitsgeschichte Staaten, Territorien anders oder neu verteilt wurden, als wären Länder Kuchenstücke. Gestern war dieser Mensch noch jenem Staat zugeteilt, heute dem anderen und morgen sind vielleicht schon wieder andere Grenzen planvoll für die Zukunft ausgehandelt. Darum ist auch Fremdenhass und Nationalismus eine dumme und alberne Sache, zum drüber lachen, wenn sie nicht so viel Unheil und Grausamkeit stiften würden.

Es ist öde und entmutigend, wenn man sich gedanklich durch die Geschichte der Menschheit bewegt und dabei immer wieder auf ähnliche nicht überwundene Probleme, wie geopolitische Provokationen, die in Kriegsansinnen münden sollen, stößt. Nur die Hüllen, die Kleider, das Gewand, ändern sich hin und wieder. Früher waren es zum Beispiel Sklaven, die auf Märkten verkauft wurden, heute müssen sich die Menschen an den Arbeitsmarkt „freiwillig“ verkaufen. Es wird darauf bestanden, der Wirtschaft und dem Staat dadurch den größten Nutzen zuzusprechen, während die sich Anbietenden im Niedriglohnsektor den geringsten Nutzen daraus ziehen. Die billige Arbeitskraft ist sozusagen das Energiewerk, der Muskel, des Kapitals. Das führte zum großen jahrzehntelangen Outsourcing in Billiglohnländer und zum Schwund von Qualität. Stattdessen zur erhöhten Quantität, was wiederum die Wegwerfgesellschaft erzeugte und immense Umweltzerstörung, Vertreibungen, Krankheiten und Armut förderte und fördert. Der Tätigkeitstaumel kommt in den Sinn. Zu viel Arbeit kann entfremden. Dann bleibt die Psychohygiene draußen. Mit anderen Worten der arbeitende Mensch verliert sein soziales Gefüge, was ihn nur mehr seine Arbeitskraft mindert und ihn physisch wie psychisch erkranken lassen kann.

In der Antike war die Armut manchmal so groß, dass der Ehemann keinen Ausweg mehr wusste, als  seine Kinder, seine Frau und zum Schluss sich selbst zu verkaufen. Gestattet war das nicht, aber auch damals gab es Untermänner, die den Menschenhändlern zuarbeiteten. Da kommen natürlich auch Gedanken der Organhändler im Heute in die Gedanken. Auch, dass manche Arme freiwillig eine Niere verkaufen, um überleben zu können.

Manche dieser Männer, die sich auf den Markt selbst verkauften, hatten Glück im Unglück und landeten in einer Arena, wo sie durchaus manchmal noch Ruhm erlangten, andere landeten als Bettler auf der Straße. Kürzlich las ich in der fiftyfifty, also der Obdachlosenzeitung in Düsseldorf, immer mehr Menschen den Bettlern keinen Cent mehr geben, da sie nur noch Plastikgeld in der Geldbörse haben. Es wurde versucht den Obdachlosen Geräte zur Zahlung mit Karten mitzugeben, was jedoch scheiterte, da viele Wohnungslose kein Handy haben, oder kein Geld es aufzuladen. Also gehen sie immer häufiger mit leeren Händen davon und können auch ihre Zeitungen dann nicht mehr verkaufen. Das ist verheerend, denn dadurch finanzieren sie sich und sichern das Fortdauern der Zeitung. Angeblich seien auf Bargeld zu viele Viren und Bakterien. Da frage ich mich, wie es sein kann, dass die Menschheit so lange mit Münzen und Scheinen überleben konnte. Das erheitert mich.

Sicherlich, Sport ist für alle Menschen wichtig. Egal ob Kind, Erwachsene oder auch alte Menschen. Der Begriff Sport müsste aber einmal anders definiert werden, denn selbst wenn wir essen beanspruchen wir Muskeln. Lustiger Gedanken, oder? Sport während des Essens treiben. Aber es ist so. Allein die Kaumuskeln, der Magenmuskel, sie betreiben Hochleistungssport in uns, ohne dass wir aufs Laufband gehen oder auf dem Fahrrad schwitzen. Jede Bewegung ist Sport. Gleich, ob man sich im Schlaf umdreht oder morgens aus dem Bett steigt, oder mit der Hand über das Auge reibt, oder sich Liebende umarmen. Lachen ist Sport, küssen ist Sport, sprechen ebenso, denn die Zunge ist ein Muskel. Schreiben ist Sport, lesen ist es...alles, was wir tun ist Sport, denn es verbraucht Energie und es entsteht Bewegung in uns, jede Bewegung beansprucht Muskeln. Bewegung auch im Gehirn. 

Sport ist auch denken. Tatsächlich, für mich schon. Wer sich mit schwierigen Themen geistig auseinander setzen muss, wird spüren, wie kräftezehrend das sein kann. Das Gehirn ist zwar kein Muskel, aber interagiert mit ihnen. Ja, mit dem ganzen Körper. 

Sport ist die bewusste Lust und das Verlangen nach Bewegung, ebenso, wie unzählige sportliche Vorgänge in uns. Kinder lernen im Sport zu verlieren. Aber das lernen sie auch im täglichen Leben. Dafür braucht es keine Wettbewerbe. Sie lernen andere zu respektieren, lernen ihre Ängste, ihre Kräfte, ihre Begabungen kennen.

(Auszug)
Lotta Blau/08/2024